MAORI HEALING
Spirit of Love

MAORI HEALING
Spirit of Love
2018-10-29T13:57:24+00:00

Project Description

MAORI HEALING

 Spirit of Love

 Neuseelandroman Teil 2

Romantik, Sinnlichkeit und Dramatik.

 Der zweite Teil der spannenden und gefühlvollen Neuseeland-Familiensaga von Christel Siemen.
Maggie gibt nicht auf! Nach dem zu frühen Tod ihres Mannes hat sie sich wieder aufgerappelt und zur erfolgreichen Besitzerin eines Rinderimperiums in Neuseeland emporgearbeitet. Doch ein erneuter Schicksalsschlag stellt sie erneut auf eine harte Probe. Maggie erkrankt laut ihren Ärzten unheilbar. Doch da geschieht das Unglaubliche: In den Trümmern ihres Lebens wächst Maggie über sich hinaus. Zusammen mit dem Maori Ben, den sie immer mehr in ihr Leben lässt, entdeckt sie schließlich das „Maori-Healing“ für sich. Und vielleicht ist es nun auch Zeit für eine neue Liebe …
Vor der wunderschönen Kulisse Neuseelands blickt der Leser tief in das Gefühlsleben Maggies und begegnet einer spirituellen Energie inmitten einer spannenden und emotionsgeladenen Handlung.

 300 Seiten fesselnde Dramatik!

 Neuauflage mit dem Droemer Knaur-Verlag in der Kategorie „feelings“

Ab 01.07.2018 hier versandkostenfrei als Ebook oder Taschenbuch erhältlich!

Leseprobe

Rums! Und nochmals Rums! Ein weiterer Schuh flog in seine Richtung. Knapp an seiner rechten Schläfe vorbei. Ben konnte gerade noch ausweichen, ansonsten hätte ihn das Geschoss mit Sicherheit am Kopf getroffen. Er schnappte sich ein Kopfkissen und hielt es sich schützend vor sein Gesicht, weil Dolores sich bereits nach einem weiteren Objekt umsah.

„Ich habe es satt mit dir! Du kannst mich mal!“

Laut stampfte sie mit ihrem rechten Fuß auf den Fußboden. Unglaublich, was diese Frau für ein Temperament besaß!

„Ich warte mal wieder seit Stunden auf dich! Ich mache das nicht mehr mit! Definitiv! Deine ständigen Versprechungen … Nie hast du Zeit für mich!“

Erbost zog sie ihren Koffer vom Schrank im Schlafzimmer und pfefferte ihn auf das breite Bett. Mit einem heftigen Ruck zog sie die Schubladen auf, und ein Kleidungsstück nach dem anderen flog in hohem Bogen in den Koffer. Die sorgfältig zusammengefalteten Sachen fielen auseinander. Es folgten einige Paar Schuhe. Voller Wut raffte sie ihre Kosmetikartikel aus dem angrenzenden Badezimmer zusammen und warf sie wild durcheinander in einen Kulturbeutel. Mit Schwung klappte der Kofferdeckel zu, die Schlösser schnappten ein.

„Mensch, Dolly, jetzt beruhig dich doch!“

Ben stand breitbeinig vor ihr und stemmte seine Arme in die Hüften. Schweiß glänzte auf seiner Stirn. Seine Jeans klebten an seinen muskulösen Beinen.

Auf dem Nachhauseweg hatte er sich völlig abgehetzt, obwohl ihm klar gewesen war, dass er trotzdem mal wieder viel zu spät kam. Ausgemacht war das Abendessen für sieben Uhr. Jetzt war es bereits nach zehn.

Es war auch zu blöd. Einige Rinder hatten im nördlichen Zipfel der Farm einen Weidezaun niedergetreten und waren ausgebüxt. Seine Männer waren bereits zum Abendessen zur Tangata-Whenua-Farm herübergefahren. Auf sich allein gestellt, hatte er die Tiere einfangen und den Zaun notdürftig geflickt. Was war ihm auch anderes übrig geblieben? Schließlich war er für die Tiere verantwortlich.

Seit Maggie van Wyk Ben als Farmmanager für ihre zweite Farm, die Haeta-Farm, eingestellt hatte, lebte er hier, unweit der Hauptfarm. Mit ihm war auch Dolores in das urige Farmhaus eingezogen. Seine Freundin arbeitete bei der neuseeländischen Aufsichtsbehörde für Rindviehzucht und war beruflich ebenfalls stark eingespannt und viel unterwegs. Die knappe Freizeit verbrachten sie am liebsten hier auf der Farm.

Doch leider hatte er mal wieder ein Date zum Dinner vermasselt. Es war nicht das erste Mal, dass ihm das passierte. Und so, wie es jetzt aussah, hatte er den Bogen wohl überspannt.

„Warte, Dolly, du willst doch jetzt nicht alles hinschmeißen?“

„Doch, jetzt reicht es mir endgültig! Mit uns beiden, das funktioniert einfach nicht. Du siehst ja, was dabei herauskommt.“

Dolores schnappte sich ihren Mantel und zog den schweren Koffer hinter sich die Treppe herunter. Hart knallten die Kofferkanten auf die Stufen. Klack, klack, klack.

„Warte!“

Ben, der erst unschlüssig oben im Türrahmen stehen geblieben war, rannte jetzt hastig hinter ihr her.

„Lass uns reden.“ Es war ein letzter verzweifelter Versuch.

Dolores drehte sich um und rannte zur Tür hinaus.

„Es tut mir leid, mein Lieber. Zum Reden war in den letzten Monaten mehr als genug Zeit. Es hat einfach keinen Sinn.“ Die Autotür klappte zu, und das Fenster der Fahrertür glitt hinunter. „Hier, dein Haustürschlüssel!“

Der Schlüssel landete in hohem Bogen im Staub. Die Reifen ihres Autos drehten durch. Eine Staubwolke wirbelte auf, und das Auto entschwand in der nächsten Kurve aus seinem Sichtfeld.

Zurück blieb ein sprachloser Ben. Er stand auf den Stufen der Veranda und schaute dem davonfahrenden Auto hilflos hinterher. Seine Arme hingen schlaff an seinem Körper hinunter. Das sollte es gewesen sein?

„Ach, Sch …!“

Wütend über das Geschehen, aber noch mehr über sich selbst, kickte Ben einen großen Stein in die Luft und sackte enttäuscht auf die oberste Treppenstufe. So blieb er noch lange sitzen.

Die Nacht war längst hereingebrochen. Am Himmel war nur die schmale Sichel des Mondes zu sehen. Den Kopf in die aufgestützten Arme gesenkt, hockte er da und grübelte vor sich hin.

Dabei hatte alles so aufregend angefangen. Im letzten Jahr, als er noch auf der Tangata-Whenua-Farm gearbeitet hatte, war ihm die Begegnung mit Dolores wie eine Schicksalswende vorgekommen. Nach Jahren des Alleinseins hatte er geglaubt, endlich die Frau seines Herzens gefunden zu haben.

Bevor Dolores in sein Leben getreten war, war da noch die Geschichte mit Chiara gewesen – Chiara, die Nichte seiner Chefin Maggie. Eines Tages war die junge, hübsche Deutsche auf die Farm gezogen, und seit dem Moment war auch seine Liebe zu ihr entbrannt gewesen. Doch nach vielen Irrungen und Wirrungen hatte er sie wohl oder übel seinem Kollegen Marc überlassen müssen. Chiara hatte Bens Liebe leider nicht erwidert und sich für Marc entschieden. Vor lauter Kummer hatte Ben damals daran gedacht, die Farm, die ihm in den letzten Jahren eine Heimat geworden war, zu verlassen.

Doch zum Glück trat genau in diesem Moment Dolores in sein Leben. Wie ein Wirbelwind eroberte sie sein Herz und zog bereits nach wenigen Wochen bei ihm ein. Die erste Zeit verging wie im Rausch. Sie war Balsam für sein einsames Herz. Aber sie hatten nicht bedacht, dass ihre beiden Jobs das junge Glück schon bald auf eine große Zerreißprobe stellen würden. Dolores war im ganzen Land für ihre Behörde unterwegs. Sie blieb oft nächtelang fern. Und war sie mal zu Hause, verlangte sie von Ben, stets alles stehen und liegen zu lassen, um sich ihr zu widmen. Das allerdings war mit seiner neuen verantwortungsvollen Aufgabe als Farmmanager nicht zu vereinbaren. Die Kühe und Kälber bestimmten sein Tagesgeschehen – und nicht die Uhr, geschweige denn Dollys Forderungen.

Ein Streit folgte dem nächsten. Von Liebe war recht bald nichts mehr zu spüren, als hätte jemand die Glut mit einem Eimer Wasser gelöscht. Der Auftritt am heutigen Abend hatte das Fass endgültig zum Überlaufen gebracht.

Ihm war einfach kein Glück bei den Frauen beschieden. Er war mittlerweile fast dreißig Jahre alt. Auch er sehnte sich nach einer eigenen Familie und wollte nicht länger als Single leben.

Müde erhob er sich endlich und wandte sich dem Haus zu. Es war sehr spät. Er schaute auf seine Armbanduhr: weit nach Mitternacht. Es lohnte sich fast nicht mehr, sich hinzulegen. In einer Stunde würde der Wecker ohnehin wieder klingeln.

Eine kalte Dusche und eine Kanne Kaffee tun es auch, dachte er und setzte seinen Gedanken in die Tat um. Außerdem kalbte gerade eine Kuh. Ein guter Moment, einmal nach dem Tier zu sehen.

Sein schwarzes Haar glänzte, als er aus der Dusche trat. Er schlang ein Haargummi um die noch feuchten Strähnen und band sie zu einem Pferdeschwanz im Nacken zusammen. Sein dunkler Teint glänzte im fahlen Licht der Badezimmerbeleuchtung. Ben schüttelte sich. Die letzten Wassertropfen perlten von seinem Oberkörper, bevor er ein kariertes Baumwollhemd über die muskelbespannte Brust zog. Es war nicht zu leugnen, dass er sein Äußeres seinen Vorfahren, den Maoris und Ureinwohnern Neuseelands, verdankte.

Vor elf Jahren hatte er seinen Stamm und seine Heimat verlassen, um in der Weite Neuseelands sein Einkommen als Landarbeiter zu suchen. Die finanziellen Verhältnisse hatten ihn damals dazu gezwungen. Diesen Schritt hatte er bisher noch nie bereut, trotz des Heimwehs, das er im Herzen trug. Auf der Tangata-Whenua-Farm hatte er ein neues Zuhause gefunden. Die familiären Strukturen der Eheleute van Wyk hatten ihm dabei geholfen, sein Heimweh zu vergessen. Und im letzten Jahr waren seine Dienste für die Farm auch endlich honoriert worden, als er die Alleinverantwortung für die Haeta-Farm bekam.

Diese zur Tangata-Whenua-Farm gehörigen „Filiale“ beherbergte seit jeher die trächtigen Kühe. Für die Kälber gab es einen angegliederten separaten Aufzuchtbetrieb, bis sie alt genug waren, um auf einer Versteigerung verkauft zu werden. Im Durchschnitt kamen hier im Jahr 500 Tiere zur Welt, eine wahre Herausforderung für die Bewohner der Farm.

So war es auch an diesem frühen Morgen Bens erste Pflicht, nach den kalbenden Tieren zu sehen. Weil noch alles schlief, machte er danach einen Spaziergang über die Wiesen durch das feuchte Gras. Mit gesenktem Kopf schlenderte er dahin. Es war ein grauer nebelverhangener Tag. Die lila-blauen Kuhschellenblumen, die sich wie ein Teppich über die Wiese ausgebreitet hatten, ließen noch traurig ihre Köpfe hängen. Dunkle Wolken deuteten heute auf Regen hin. Das Wetter passte genau zu seiner trübseligen Stimmung …

Über die Autorin

Mit meinen Büchern lebe ich meine Träume, viele schöne Worte, bin Autorin, betreibe Internetmarketing, gehe self publishing, schreibe, blogge und finde Problemlösungen und teile meine Träume mit dir.

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